MV-i+: Rahmenvereinbarung zwischen M-V, VMV und DB AG – Gemeinsame Planungsgruppe für beschleunigte Infrastrukturprojekte in MV

Schulterschluss für die Schiene in Mecklenburg-Vorpommern: Bahnplanungsgruppe MV-i+ nimmt Fahrt auf

Es war ein Schulterschluss mit Signalwirkung: Im Januar 2024 stellten Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Reinhard Meyer und Bahnchef Dr. Richard Lutz gemeinsam die Weichen für die Mobilität von morgen. Mit der Rahmenvereinbarung MV-i+ startete eine neue Kooperation zwischen Land und Bahn – für mehr Schiene, mehr Vernetzung und mehr Zukunft in Nordost.

Mit MV-i+ rücken Land und Bahn die Schiene wieder ins Zentrum der Infrastrukturpolitik. Die Initiative steht für nachhaltige Mobilität, eine bessere Anbindung ländlicher Regionen und einen wichtigen Schritt hin zur klimafreundlichen Verkehrswende. Das Ziel aus Sicht des Landes beschrieb Minister Meyer während der Unterzeichnung im Januar 2024 so: „Wir wollen die Erreichbarkeit Mecklenburg-Vorpommerns verbessern und mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene verlagern.“

Angesichts der langen Vorlaufzeiten bei Infrastrukturprojekten sei es entscheidend, jetzt die Weichen zu stellen, so der Minister weiter. Kernstück der Vereinbarung ist eine gemeinsame DB-interne Planungsgruppe, die zentrale Schienenprojekte im Land MV vorantreiben soll. Das Land stellt dafür jährlich 1,25 Millionen Euro aus Regionalisierungsmitteln bereit – zunächst für fünf Jahre. Ein Lenkungskreis unter Vorsitz des Ministers betrachtet zweimal jährlich die Projektpriorisierung und entscheidet über mögliche Anpassungen. Die organisatorische Leitung übernimmt die VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH.

„Wir wollen gemeinsam Mecklenburg-Vorpommern voranbringen“

Die planerischen Arbeiten der Bahnplanungsgruppe MV-i+ liegt vereinbarungsgemäß in den Händen der DB. Auf Wunsch des Landes koordiniert die DB-Planungsgruppe alle Angelegenheiten innerhalb der DB AG gegenüber der VMV bzw. dem Land – für die verschiedenen DB AG internen involvierten Bereiche der Infrastrukturentwicklung, der Personenbahnhöfe, des Projektmanagements und des Anlagen- und Instandhaltungsmanagements der DB InfraGO über DB Energie bis hin zur Usedomer Bäderbahn (UBB). Ziel ist es, die einzelnen Projekte gezielt in Richtung Entwurfs- und Genehmigungsplanung weiterzuentwickeln. Diese bahninterne Zusammenarbeit funktioniert inzwischen sehr gut. Alle gemeinsam wollen die Mobilitätsoffensive des Landes Mecklenburg-Vorpommern voranbringen.

Im Rahmen der Planungsgruppe werden in Korridoren für folgende Infrastrukturprojekte Schwerpunkte herausgearbeitet (Verlinkung zu den Projekten Anlage 1 zum Rahmenvertrag). In diesen werden Infrastrukturlösungen entwickelt, Planungen initiiert und vorangetrieben. Daraus entstehen konkrete Projekte, die mit anschließenden Finanzierungsvereinbarungen in die geplante Umsetzung gehen sollen.

Fazit: Das Projekt MV-i+ zeigt, wie moderne Infrastrukturpolitik funktionieren kann – vernetzt, vorausschauend und verantwortungsvoll. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, das nicht nur Gleise verlegt, sondern auch Brücken baut: zwischen Regionen, Technologien und Menschen.

Ziele der Bahnplanungsgruppe MV-i+

  • Weiterentwicklung und Stärkung des Schienenverkehrs im Nordosten Deutschlands
  • Verbesserung der Erreichbarkeit der Region auf dem Schienenweg
  • Stärkung der Mobilitätsoffensive Mecklenburg – Vorpommern
  • Beschleunigung der Planung für definierte Projekte gemäß Anlage 1 des Rahmenvertrags
  • Verkürzung der Kommunikationswege zwischen der Deutschen Bahn und dem Land MV

 

Die Infrastrukturprojekte aus der Rahmenvereinbarung im Überblick (in absteigender Priorisierung):

  • Ausbau Bestandsnetz UBB
  • Rostock – Stralsund – abschnittsweiser zweigleisiger Ausbau in Anlehnung an die Ausbauziele VDE 1
  • Teil- oder Vollelektrifizierung Rehna – Schwerin – Parchim – Ludwigslust
  • Kapazitätserweiterung RE1 Korridor von HRO-Landesgrenze MV
  • Zusätzliches Bahnsteiggleis im Bahnhof Güstrow
  • Knoten Neustrelitz: Bau einer zusätzlichen, beidseitig angebundenen Bahnsteigkante im Bahnhof Neustrelitz inkl. paralleler Ausfahrt nach Rostock und Stralsund
  • Beschleunigung Neustrelitz – Neubrandenburg, Anhebung der Geschwindigkeit auf min. 120 km/h
  • Beschleunigung Neubrandenburg – Stralsund, Anhebung der Geschwindigkeit auf min. 120 km/h
  • Elektrifizierung Stralsund Hauptbahnhof, Gleis 12
  • (ggf. abschnittsweiser) zweigleisiger Ausbau im Streckenabschnitt (Bützow -) Güstrow – Lalendorf – Neubrandenburg, Anhebung der Geschwindigkeit auf min. 120 km/h
  • (ggf. abschnittsweiser) zweigleisiger Ausbau im Streckenabschnitt Pasewalk – Grambow (Gr.), Anhebung der Geschwindigkeit auf min. 120 km/h
  • Ausbau Bahnhof Gadebusch zum Kreuzungsbahnhof mit Bahnsteigkanten

Quelle Karte: DB AG, Stand: 08.12.2025

Das Team der Bahnplanungsgruppe MV-i+

  • DB InfraGO AG – Region Nord Ost:
  • Usedomer Bäderbahn
  • DB Energie GmbH