Mit der mv81 von Anklam nach Heringsdorf – heute haben der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Heiko Miraß, der Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Michael Sack, der Prokurist der VMV-Verkehrsgesellschaft MV, Martin Karolczak, und VVG-Geschäftsführer Dirk Zabel sowie weitere Gäste in Bansin auf Usedom symbolisch den ersten Regiobus des Landkreises Vorpommern-Greifswald auf die Reise geschickt. Zum 1. April 2026 nimmt die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald mbH (VVG) ihre erste Regiobuslinie in Betrieb. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Linie in diesem Jahr über die VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern aus Fördermitteln des Landes in Höhe von ca. 504.000 Euro. Die Zuwendungen im Rahmen der Mobilitätsoffensive des Landes zielen darauf ab, die Angebotsstandards im Interesse der Fahrgäste vor allem im ländlichen Raum zu verbessern.
Die Linie mv81 verbindet Anklam künftig täglich und unabhängig von Schul- und Ferientagen direkt mit den Kaiserbädern auf der Insel Usedom und schafft damit eine durchgehende Verbindung ohne Umstieg und ohne zusätzliche Wartezeiten auf Usedom. Gleichzeitig handelt es sich um die erste Linie in Mecklenburg-Vorpommern mit der neuen Nummerierung der Regiobusse. Mit den neuen Liniennummern (mvXX) sollen die Regiobuslinien in MV noch einfacher für die Fahrgäste zu erkennen sein. Bereits bestehende Linien werden im Laufe des Jahres auf die neuen Liniennummern umgestellt. Weitere Informationen erfolgen voraussichtlich im Sommer. Parallel zum Start der neuen Regiobuslinie baut die VVG ihr Rufbusangebot ILSE auf Usedom weiter aus und modernisiert mit Unterstützung des Landes die technische Ausstattung ihrer Fahrzeuge durch die Einführung eines einheitlichen digitalen Bordrechnersystems.
„Mit der neuen Regiobuslinie schaffen wir eine direkte Verbindung zwischen Anklam und den Kaiserbädern. Damit rücken Festland und Insel für Berufspendler und Touristen enger zusammen. Und mit dem Anschluss an den Regionalexpress Richtung Berlin verbessert sich auch die überregionale Anbindung unserer Region. Damit gehen Land und Landkreis gemeinsam einen konkreten Schritt zur Verwirklichung der Vorpommern-Magistrale – ein guter Tag für Vorpommern“, betonte heute der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Heiko Miraß, in Bansin. Auch der Landrat des Landkreises, Michael Sack, bewertete die neue Verbindung als wichtigen Fortschritt für die Region „Die mv81 ist ein wichtiger Baustein für die Mobilität in unserem Landkreis. Sie verbessert nicht nur die Erreichbarkeit der Insel, sondern vernetzt die Region insgesamt deutlich besser. Davon profitieren Wirtschaft, Bevölkerung und Gäste gleichermaßen.“
Direktverbindung in 65 Minuten stärkt die Region
Die neue Verbindung erschließt auf einer Strecke von rund 50 Kilometern zahlreiche Orte zwischen dem Festland und der Insel Usedom. Die Fahrzeit beträgt rund eine Stunde. Damit entsteht ein deutlich attraktiveres Angebot für Pendlerinnen und Pendler, für Einwohnerinnen und Einwohner der Region sowie für Touristinnen und Touristen, die künftig ohne Umstieg ihr Ziel erreichen können. Der Fahrplan sieht über den gesamten Tag hinweg eng getaktete Verbindungen vor, mit Start am Zentralomnibusbahnhof Anklam und Ziel am Bahnhof Heringsdorf und zurück. Wichtige Zwischenhalte liegen unter anderem in Usedom Stadt, Zirchow, Korswandt und Ahlbeck. In Anklam bestehen zudem direkte Anschlüsse an die Regionalexpresslinien RE3 und RE30 in Richtung Stralsund, Berlin und Angermünde. Zum Einsatz kommen Fahrzeuge der VVG sowie der Anklamer Verkehrsgesellschaft (AVG). Eine Einzelfahrt kostet für Erwachsene 12,20 Euro und für Kinder 9,20 Euro, während Hin- und Rückfahrkarten für 23,80 Euro beziehungsweise 17,80 Euro erhältlich sind. Das Deutschlandticket wird anerkannt und ermöglicht damit eine zusätzliche Nutzungsmöglichkeit für viele Fahrgäste. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Finanzierung der Linie durch einen anteiligen Zuschuss pro Leistungskilometer im Jahr 2026. „Mit der neuen Linie bieten wir wieder eine durchgehende Verbindung ohne Umstieg und Wartezeiten. Das macht den öffentlichen Nahverkehr spürbar attraktiver und alltagstauglicher“, freute sich auch VVG-Geschäftsführer Dirk Zabel auf den Start der ersten Regiobuslinie im Landkreis Vorpommern-Greifswald.
Rufbus ILSE auf Usedom wächst weiter
Nach dem erfolgreichen Start des ILSE-Rufbusses auf der Ostseeinsel Usedom zum Jahresbeginn soll dieser ab dem 1. April auf die Region der Kaiserbäder ausgeweitet werden. Künftig werden auch die Ortsteile Gothen, Sellin, Neu Sallenthin und Alt Sallenthin an die zentralen Mobilitätsknotenpunkte Bansin Bahnhof, Bansin Seepark und Heringsdorf Bahnhof angebunden. Damit verbessert sich nicht nur die Erreichbarkeit für die Einwohnerinnen und Einwohner dieser Ortsteile, sondern auch die touristische Erschließung der Region wird weiter gestärkt. Fahrten innerhalb der Kaiserbäder selbst sind weiterhin nicht Bestandteil des Angebots, vielmehr dient der Rufbus der gezielten Anbindung an zentrale Punkte und den überregionalen Verkehr. Der ILSE-Bus der Gemeinde Kaiserbäder kann mit der Kurkarte der Kaiserbäder sowie dem Deutschlandticket kostenfrei genutzt werden. Die Betriebszeiten des Rufbusses der Kaiserbäder variieren an den Wochenenden saisonabhängig. In der Zwischen- und Nebensaison von Anfang des Jahres bis Ende April sowie von Anfang Oktober bis Ende Dezember ist der Rufbus montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und an Wochenenden von 8 bis 18 Uhr unterwegs, während in der Hauptsaison von Anfang Mai bis Anfang Oktober täglich ein Betrieb von 8 bis 20 Uhr gewährleistet wird. Ebenso positiv bewertete Landrat Michael Sack die Ausweitung des Rufbussystems auf die Kaiserbäder. „Der Landkreis verfolgt das klare Ziel, den Rufbus kreisweit zu etablieren. Dass nun auch die Kaiserbäder hiervon profitieren, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“
Auch diese Erweiterung wird durch das Land Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Mobilitätsoffensive finanziell unterstützt und trägt dazu bei, die Angebotsqualität im ländlichen Raum nachhaltig zu verbessern. Das Land MV wird die gesamten Rufbusverkehre im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit rund 2 Mio. Euro im Jahr 2026 unterstützen.
Deutlich steigende Nachfrage auf Usedom
Schon jetzt zeigt sich nach der Einführung des Rufbusses ILSE Anfang Januar eine dynamische Entwicklung bei der Nutzung des Angebots. Während im ersten Betriebsmonat Januar auf Usedom insgesamt 293 Fahrtanmeldungen registriert wurden, aus denen 221 Touren mit 253 beförderten Fahrgästen resultierten, konnte diese Nachfrage im Februar deutlich gesteigert werden. So stieg die Zahl der Anmeldungen auf 516, die Anzahl der durchgeführten Fahrten auf 405 und die Zahl der Fahrgäste auf 486. Damit hat sich die Nutzung innerhalb nur eines Monats nahezu verdoppelt. Auch im März setzt sich diese positive Entwicklung fort. Bis zum 15. März wurden bereits 254 Fahrtanmeldungen verzeichnet, aus denen 205 Touren mit 236 Fahrgästen resultierten. Insgesamt wurden seit dem Start Anfang Januar bis Mitte März bereits 809 Fahrtanmeldungen registriert, 626 Touren durchgeführt und 739 Fahrgäste befördert. Parallel dazu zeigt sich eine wachsende Akzeptanz digitaler Buchungswege. Der Anteil der App-Buchungen ist von 66 Prozent im Januar auf zuletzt 76 Prozent im März gestiegen. Diese Entwicklung unterstreicht, dass sich das flexible On-Demand-Angebot nicht nur schnell etabliert, sondern auch zunehmend selbstverständlich im Mobilitätsalltag der Fahrgäste auf Usedom verankert.
Förderbescheid für Digitalisierung der Fahrzeugtechnik übergeben
Ein weiterer zentraler Bestandteil der laufenden Mobilitätsoffensive ist die Modernisierung der Fahrzeugausstattung und der Vertriebshintergrundsysteme. Mit der Beschaffung neuer Bordrechnertechnik wurden die Fahrzeuge in den neuen Fahrtgebieten der VVG in das bestehende System integriert. Somit besteht im gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald ein einheitliches digitales Vertriebs- und Kontrollsystem entsprechend der Standards der digitalen Vertriebs- und Kontrollstrategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt wurden hierfür 122 neue Bordrechner beschafft, um die Abläufe im Fahrbetrieb zu optimieren und die Kontrolle von Fahrausweisen deutlich zu beschleunigen und zu vereinheitlichen. Davon profitieren sowohl die Fahrgäste durch reibungslosere Abläufe als auch die Mitarbeitenden im täglichen Betrieb. Die Maßnahme wird durch einen Zuwendungsbescheid des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 814.068 Euro unterstützt, bei Gesamtausgaben von 1.051.600 Euro. Bereits im Vorfeld wurden die bestehende Fahrzeugflotte sowie zusätzlich die ILSE-Rufbusse entsprechend ausgestattet und mit den Hintergrundsystemen vernetzt, sodass hier bereits erste Erfahrungen mit der neuen Technik vorliegen. Die vollständige Implementierung in allen Fahrzeugen der VVG und der AVG soll bis zum Sommer 2026 abgeschlossen sein.
Mit der Einführung der Regiobuslinie mv81, der erfolgreichen Weiterentwicklung des Rufbusangebots ILSE und der Investition in moderne digitale Bordtechnik setzt die VVG gemeinsam mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald ein klares Signal für eine zukunftsfähige, vernetzte und nutzerorientierte Mobilität in einer der wichtigsten Tourismusregionen des Landes. Weitere Informationen zum Regiobus MV unter: MV fährt gut. Regiobus MV

