Land Mecklenburg-Vorpommern fördert Werkstattausbau am ODEG-Gründungsstandort Parchim

Minister Dr. Wolfgang Blank besucht den geförderten Baustandort in Parchim, an dem mit rund 18 Millionen Euro Investition die Voraussetzungen für Wartung, Reinigung und Ladung künftiger batterieelektrischer Züge geschaffen werden.

Parchim, 17. Juni 2026. Am heutigen Mittwoch haben die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH und ihre Tochtergesellschaft ODIG – Ostdeutsche Instandhaltungsgesellschaft mbH gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern sowie der VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH den geplanten Werkstattausbau am Eisenbahnstandort Parchim vorgestellt.

Im Mittelpunkt des Pressetermins mit Minister Dr. Wolfgang Blank standen die Modernisierung und Erweiterung der ODIG-Werkstatt im Möderitzer Weg. Der Standort wird künftig eine zentrale Rolle für den Einsatz der neuen batterieelektrischen Stadler FLIRT Akku-Fahrzeuge im Verkehrsvertrag Westmecklenburg II übernehmen. Ab Ende 2027 sollen 14 neue Fahrzeuge schrittweise in Betrieb gehen. Damit wird der bisherige Dieselbetrieb perspektivisch durch moderne, lokal emissionsfreie Batteriezüge ersetzt.

Der Ausbau umfasst unter anderem den Neubau einer Werkstatthalle mit multifunktionalem Wartungsgleis, Arbeitsgrube, Dacharbeitsstand und Hebebockanlage, den Neubau einer Waschhalle, die Erweiterung der Lager-, Büro- und Sozialflächen sowie umfangreiche Anpassungen der Gleisanlagen. Zudem wird eine werkstatteigene Ladeinfrastruktur aufgebaut, mit der zwei Fahrzeuge während der Wendezeiten schnell geladen und sechs weitere abgestellte Fahrzeuge versorgt werden können.

Die kalkulierten Gesamtkosten für die Werkstatterweiterung betragen rund 18 Millionen Euro. Davon sind laut aktuellem Zuwendungsbescheid 10.615.943,03 Euro förderfähig. Die Förderung erfolgt durch das Land Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der „InvestSPNVFöRL M-V“. Ergänzend wird die Schaffung der Ladeinfrastruktur für Akku-Züge durch das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen der Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr mit höchstens 1.233.342,00 Euro unterstützt.

Minister Dr. Wolfgang Blank sagte anlässlich des Termins: „„Der Werkstattausbau in Parchim zeigt, wie Mobilitätswende und regionale Wirtschaftsentwicklung Hand in Hand gehen. Mit der Förderung ermöglichen wir Zukunftsinvestitionen in moderne Bahntechnik, stärken den Eisenbahnstandort Parchim nachhaltig und schaffen die Voraussetzungen für den zuverlässigen Einsatz der neuen batterieelektrischen Züge in Westmecklenburg. Davon profitieren Fahrgäste, Beschäftigte und die gesamte Region.“

Parchims Bürgermeister Dirk Flörke betonte die Bedeutung des Projekts für die Stadt: „Parchim ist seit der Gründung der ODEG eng mit der Eisenbahn verbunden. Dass hier nun in moderne Werkstatttechnik, Ladeinfrastruktur und qualifizierte Arbeitsplätze investiert wird, ist ein starkes Signal für unsere 800 Jahre alte Stadt. Der Ausbau stärkt Parchim als Wirtschafts- und Eisenbahnstandort und zeigt, dass Zukunft nicht nur in den Metropolen entsteht, sondern auch hier in der Region.“

Martin Karolczak, Prokurist und Abteilungsleiter der VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH, sagte: „Der Verkehrsvertrag Westmecklenburg II steht für ein verbessertes Angebot, moderne Fahrzeuge und mehr Qualität für die Fahrgäste. Damit diese neue Fahrzeuggeneration zuverlässig betrieben werden kann, braucht es die passende Infrastruktur. Der Ausbau in Parchim ist deshalb ein wichtiger Baustein für einen stabilen, attraktiven und zukunftsfähigen Schienenpersonennahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern.“

Der Verkehrsvertrag Westmecklenburg II läuft von Dezember 2025 bis Dezember 2040 und umfasst ein Verkehrsangebot von rund 2,0 Millionen Zugkilometern pro Jahr, ergänzt durch saisonale Verkehre. Zum Netz gehören unter anderem die Linien RB13, RB14, RB15 und RB19. Ab Dezember 2027 sollen die neuen Stadler FLIRT Akku-Fahrzeuge eingesetzt werden. Die Züge fahren unter vorhandener Oberleitung elektrisch und laden dabei ihre Batterien; auf nicht elektrifizierten Abschnitten erfolgt der Betrieb batteriebasiert.

Stefan Neubert, Geschäftsführer der ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH, erklärte: Parchim ist der Ursprungsstandort der ODEG. Von hier aus hat sich unser Unternehmen seit 2002 zur größten privaten Eisenbahn in Ostdeutschland entwickelt. Wir danken der VMV und dem Land Mecklenburg-Vorpommern für das Vertrauen in die ODEG und ODIG – bisher und für die kommenden Jahre im Verkehrsvertrag Westmecklenburg II. Mit dem Werkstattausbau führen wir unsere Geschichte in Parchim konsequent weiter: Wir investieren in moderne Instandhaltung, in neue batterieelektrische Fahrzeuge und in unser Team, das den Eisenbahnbetrieb jeden Tag möglich macht.“

Im Rahmen des Pressetermins begrüßten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Stadt, Aufgabenträger, ODEG und ODIG die Gäste. Nach den Grußworten von Minister Dr. Wolfgang Blank, Bürgermeister Dirk Flörke, Martin Karolczak für die VMV, ODEG-Geschäftsführer Stefan Neubert und ODIG-Geschäftsführerin Johanna Nöthling standen Pressebilder sowie eine Werkstattbesichtigung auf dem Programm. Dabei erhielten Medienvertreterinnen und Medienvertreter Einblicke in das Bauvorhaben, die geplante Ladeinfrastruktur und die künftigen Anforderungen an die Instandhaltung batterieelektrischer Fahrzeuge. Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit für Interviews, Fachgespräche und Hintergrundgespräche auf dem Werkstattgelände.

Mit dem Projekt wird die Rolle Parchims als technischer Eisenbahnstandort langfristig gestärkt. Zugleich sichert die Investition qualifizierte Arbeitsplätze und baut regionales Know-how für Betrieb und Instandhaltung moderner Batterietechnik aus.

Hintergrund: Werkstattausbau Parchim

Zur Inbetriebnahme von 14 neuen Fahrzeugen des Typs Stadler FLIRT Akku ab Ende 2027 wird die von der ODIG betriebene Werkstatt in Parchim erweitert. Ziel ist es, die neuen Fahrzeuge vor Ort elektrisch zu laden, instand zu halten und zu reinigen. Die Fertigstellung der neuen Werkstatthalle ist bis 2027 geplant und bildet einen zentralen Baustein für den erfolgreichen BEMU-Betrieb in Westmecklenburg.

Parchim ist der Gründungsort der ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH. Seit der Gründung im Jahr 2002 hat sich das Unternehmen von einem kleinen Betrieb mit 30 Mitarbeitenden zum größten privaten Eisenbahnunternehmen in Ostdeutschland entwickelt. Heute sind über 1.000 Mitarbeitende in fünf Bundesländern für die ODEG und ODIG im Einsatz.

Hintergrund: Verkehrsvertrag Westmecklenburg II

Im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern hat die VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH den Zuschlag für den Verkehrsvertrag Westmecklenburg II an die ODEG erteilt. Die Laufzeit reicht von Dezember 2025 bis Dezember 2040. Das Verkehrsangebot umfasst rund 2,0 Millionen Zugkilometer pro Jahr, davon rund 0,2 Millionen Zugkilometer im Saisonverkehr. Optional ist die Reaktivierung der Strecke Hagenow Stadt – Zarrentin mit weiteren rund 0,3 Millionen Zugkilometern pro Jahr vorgesehen.

Hintergrund: Stadler FLIRT Akku

Ab Dezember 2027 nimmt die ODEG den Betrieb mit 14 neuen batterieelektrischen Triebzügen vom Typ Stadler FLIRT Akku auf. Die Fahrzeuge ermöglichen einen lokal emissionsfreien Betrieb auf nicht elektrifizierten Strecken. Sie fahren unter vorhandener Oberleitung elektrisch und laden dabei ihre Batterien. Auf Streckenabschnitten ohne Oberleitung erfolgt der Betrieb batteriebasiert. Die Fahrzeuge bieten helle, barrierefreie Fahrgastbereiche, WLAN und Mehrzweckzonen.

 

Ausführliche Information entnehmen Sie bitte der Website: www.odeg.de/westmecklenburg und dem Faktenblatt zur Thematik auf dieser Seite.

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